Von-der-Nahe-an-den-Rhein-Kikerone

Es gibt ein Glück, das hat zwei kräftige Beine, etwas Zeit, festen Untergrund, Schweiss im Gesicht, sich langsam verändernde Ausblicke und ein Ziel der Mühsal. Diese Glück ist das Etappenwandern, besonders in seiner Form als Pilgerweg. Die Erfahrungen, die man dabei machen kann, unterscheiden sich gänzlich von denen eines von diversen Verpflichtungen gehetzten Alltags moderner Verwaltungsmenschen, deren Wechselerfahrungen massgeblich von Tagesordnungen und Browsertabs geprägt werden und dessen Bewegungen in Gehäusen von mobiler Infrastruktur eingehegt wird, immer vorwärtsgetragen von einem Treibstoff, der nicht wir selber sind.

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Chladni, Francke, mein Grossvater und ich

Was haben wir der protestantischen Theologie und Ihrem Sola-Scriptura-Prinzip doch zu verdanken! Nicht nur die epochale Entdeckung des Sehe-Punkts (1), auch, und weiter denkend, die Einsicht darin, dass die persönliche Disposition des Lesenden dessen Verständnis der Lektüre lenkt, hemmt oder fördert. Hermeneutik simply. So zumindest wird bei flüchtiger Beschäftigung oder eiliger didaktischer Zurichtung jeder Dozierende hören lassen, der im stumpf blickenden Vorlesungssaal seine Effekte braucht. Ich habe das vor Jahren auch so gemacht.

Inzwischen macht es mich bei Texten grundsätzlich misstrauisch, wenn die grosse Innovation posaunt wird, weil die doch in allen mir bekannten Fällen nur auf der Müdigkeit beruht, sich und andere seiner unbewussten (bestenfalls!) Referenzen zu versichern.

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Auch eine Weihnachtsgeschichte

… gekommen bei einer evangelischen Andacht in St Reinoldi, zusammen mit Familie und Freunden, um mich herum besinnliche Weihnachtslieder, mit leichter Inbrunst gesungen, schöne Akkordeonbegleitung; dann gesprächsweise ausgeschrieben, via Weihnachtsmarktglühwein, Vor-dem Shop-Warten, U-Bahn und Sofaecke. Twitter eben. 

(leicht redigiert)

– Ziemlich verrückte Sache, dieses Christentum.

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