Die Erfindung DER Ostdeutschen

Disclaimer: Ich äussere mich eigentlich nicht mehr so gern direkt zu diesem Thema, meine Bücher und Aufsätze zwischen 2000 und 2006 sollten reichen, dachte ich einmal. Erst globalgeschichtliche Themen, dann Public History und vor allem der Digital Change waren seitdem meine Schwerpunkte; es ist mühsam, als einer der wenigen heutigen Geschichtsprofessor_innen mit DDR-Sozialisation in allen möglichen Diskursen auf eben darauf festgelegt zu werden. Dabei könnte das Unterstellungsspiel immer auch reziprok verlaufen, oder? Aber so läuft es eben nie. Also, ich heute bin ich heute, das alles liegt lang zurück, reduzieren Sie mich nicht darauf.

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Chladni, Francke, mein Grossvater und ich

Was haben wir der protestantischen Theologie und Ihrem Sola-Scriptura-Prinzip doch zu verdanken! Nicht nur die epochale Entdeckung des Sehe-Punkts (1), auch, und weiter denkend, die Einsicht darin, dass die persönliche Disposition des Lesenden dessen Verständnis der Lektüre lenkt, hemmt oder fördert. Hermeneutik simply. So zumindest wird bei flüchtiger Beschäftigung oder eiliger didaktischer Zurichtung jeder Dozierende hören lassen, der im stumpf blickenden Vorlesungssaal seine Effekte braucht. Ich habe das vor Jahren auch so gemacht.

Inzwischen macht es mich bei Texten grundsätzlich misstrauisch, wenn die grosse Innovation posaunt wird, weil die doch in allen mir bekannten Fällen nur auf der Müdigkeit beruht, sich und andere seiner unbewussten (bestenfalls!) Referenzen zu versichern.

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Bibliothek deutscher Klassiker. Zur Wiedervorlage

Ich beziehe mich auf diesen früheren Blogpost: BdK: Bibliothek deutscher Klassiker (3.1.2018)

Das neueste Wikipedia-Studierendenprojekt aus meiner Schweizer Hochschule ist online. Ich bin wirklich ziemlich stolz auf diese Seminarteilnehmer_innen. In kurzer Zeit haben Sie Erstaunliches kollaborativ zuwege gebracht und das Weltwissen relevant bereichert. Und dabei noch praktisch sehr viel über den digitalen Wandel gelernt … hoffe ich doch.

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Generation 1,5

Was haben dieser SZ-Artikel, Karl der Grosse, Spinoza, die Russen und eine indische Ordinaria miteinander zu tun?

„Die Übersiedlung nach Deutschland war für viele eine Entscheidung für ein Land, in dem sie endlich nicht mehr fremd sein würden. Stattdessen wurden sie gerade erst in Deutschland zu Russen, die Klischees bedienten. Durch eine Fremdzuschreibung als Russen habe bei vielen jugendlichen Russlanddeutschen eine Russifizierung stattgefunden, so Panagiotidis.“
http://www.sueddeutsche.de/…/russlanddeutsche-doppelte-frem…

Daran möchte ich gern zwei Gedanken anknüpfen.

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„Zivilisation“ spielen

Lesen Sie bitte die Verpackungsbeilage!

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Hatte mich deshalb heute Nacht bis zum Morgengrauen, ganze 9 Stunden, einer, sagen wir, pflichtschuldigen Immersion in #civ6 Sid Meier’s Civilization verschrieben.
Konnte dabei vergleichen mit Erfahrungen von vor ca 25 Jahren: Floppy disc, 386er, Abschlussarbeitsprokrastination.

Ich habe, wie es sich gehört, Kontinente exploriert, diverse Städte gegründet, Verteidigung organisiert, Barbaren gekillt, Diplomatie und Handel gepflegt, F&E-Strategien entwickelt, Theater und Museen errichtet und natürlich Geschichtsschreibung veranlasst und auch die Entwicklung des Tourismus nicht vernachlässigt etc. pp. Noch nicht gelungen ist mit die Implementierung eines Privatblogprivatfeuilletons im Spiel. Es ist eben doch keine Realität!

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Erinnerung an das Lehrerwerden

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Als ich, schon promoviert und mit einiger universitärer Lehrerfahrung, an die Schule und ans Studienseminar ging, um auch noch ordentlicher Schullehrer zu werden, hatte ich, neben Dingen, die immer unvermeidlich kommen und einfach, wenn möglich, stoisch zu ertragen sind (das betraf vor allem, mit einer Ausnahme, das Studienseminar), auch mehrfach Glück.

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