Wenn das nichts ist! (Besprechung)

Bücher kommen auf den Tisch geflattert, viele. Dieses hier flattert allerdings immer weiter um meinen Kopf herum, es liegt mir immer noch nicht vor wie ein Verwaltungsakt im Faszikel dem späteren Historiker, es kommt nicht zur Ruhe. Als Freizeitleser würde ichs mir eigentlich wünschen, dass auf Horizonterweiterung und Erhebung die Beruhigung folgt, …

Weiterlesen

Erzählanlässe

Als gerade tiefwestwärts immigrierter Doktorand, zum tatsächlichen Beginn des Jahrtausends, das war, als es weder A14 noch A38 gab, das war, als es noch wahre Buchhandelstempel in jeder City gab, in Dortmund die Mayersche zum Beispiel, noch in Konkurrenz zum bald geschlossenen Krüger, d.h. die Mayersche vor dem Umbau zum Geschenkeladen, d.h. der Ramschladen, die Bude, der dann vor ein paar Jahren zugemacht worden ist,

Weiterlesen

Falsche Fährte

Jedenfalls einen Adalbert Stifter als Betrachter, obwohl kein Kunstwissenschaftler, wenn aber doch besessener Maler, hätte Joseph Fischer nicht hinter die sprichwörtliche Fichte geführt, respektive die Pappel! Auf keinen Fall, das kann man ausschliessen!

Weiterlesen

Service

Wie alt dieses Porzellanservice ist? Keine Ahnung. Es wurde stets in Ehren gehalten – wenn auch für besondere Gäste immer wieder zum Tee benutzt, Reste von Teeschleier finden sich in Ritzen und Ecken. Seit heute steht es endlich bei mir im Regal, nach einer kleinen Odyssee durch Mitteleuropa. Kennen tue ich es, wie man so spricht, seitdem ich mich erinnern kann.

Weiterlesen

Kein Foto

Manchmal

hole ich mir nach dem Büro einen Dönerscharfmitalles, mein hiesiger Lieblingsladen liegt bei kleinem Umweg einigermaßen auf der Strecke. Ich achte darauf, nicht öfter als einmal pro Woche dort mit immer etwas schlechtem Selbstoptimierungsgewissen vorbeizuschleichen.

Weiterlesen

Ins Schwarze Meer

In Dürnkrut war ich,

um mich nach Zeugnissen eines kollektiven Gedächtnisses der Schlacht, wir wollen hier genau sein, wichtig, dramatisch und furchtbar genug war es, vom 26. August 1278 umzuschauen, die den Habsburgern das Erbe der Babenberger verschafft hat, gegen die Ansprüche der böhmischen Přemysliden.

Weiterlesen

Der Ohrensessel, der keiner war

Ein gewaltiger Ohrensessel,

so beginnt jetzt mal die Geschichte, viele Male von Polsterern neu bespannt. Aus niemals benannten Zeiten stammend, weitergereicht, keine Dutzendware. Zu der Zeit, die mir gerade vor den Augen steht, Oktober 1980, war er ockerfarben bezogen mit eingestempelten großen Blumenumrissen, Orchideenformen. Erstaunlicherweise können meine Fingerflächen jetzt in diesem Moment das Tastgefühl der so oft neu lackierten schwarzbraunen Armlehnen mit ihren nur mangelhaft kaschierten Macken und die Konturen des Überzugsstoffes neu erzeugen, als ob ich damals diesen körpervollen gewaltigen Sessel dauernd gestreichelt und umarmt hätte. Die Rezeptorneuronen meiner Nase erzeugen zu gleicher Zeit die besondere Strenge des Duftes aus dem Inneren seiner Polster neu, magisch, oder spielt mir hier mein Gehirn einen Streich? Gewiss, und einen dankenswerten.

Weiterlesen

Reif sein

Mal unter uns. Wenn man nach beruflich relativ vielen verantwortlichen Jahren, fast 10 und in dieser Branche!, weit davongeht, von einem ganz eigentümlichen Arbeitsort, von einer ums Doppelte gedehnten inneren Zeit, kommt man, wenn es auch für die Einrichtung gut war, in die Verlegenheit, die eigenen Nachrufe zu redigieren. Das macht mich doch etwas trübsinnig.

Weiterlesen