We will rock you

1986. Wenn es finster wurde, die müden Strassenlaternen funzelten und die Feuchtigkeit des Tages zu Eis kristallisierte, sodass die Schritte auf den Betongussfeldern, die etwas zwischen Strassen und Weg bildeten, aber auch auf den alten Reichsautobahnen in Bretterrahmen bis zum Aushärten gegossen wurden, gleichsam als performativ erfahrbare Sprunginnovation (hätte man diesen Begriff damals doch nur schon gekannt, welche Kantinenlachsalven unter den witzsüchtigen Werktätigen!), nun … ich komme vom Thema ab …

Weiterlesen

Chladni, Francke, mein Grossvater und ich

Was haben wir der protestantischen Theologie und Ihrem Sola-Scriptura-Prinzip doch zu verdanken! Nicht nur die epochale Entdeckung des Sehe-Punkts (1), auch, und weiter denkend, die Einsicht darin, dass die persönliche Disposition des Lesenden dessen Verständnis der Lektüre lenkt, hemmt oder fördert. Hermeneutik simply. So zumindest wird bei flüchtiger Beschäftigung oder eiliger didaktischer Zurichtung jeder Dozierende hören lassen, der im stumpf blickenden Vorlesungssaal seine Effekte braucht. Ich habe das vor Jahren auch so gemacht.

Inzwischen macht es mich bei Texten grundsätzlich misstrauisch, wenn die grosse Innovation posaunt wird, weil die doch in allen mir bekannten Fällen nur auf der Müdigkeit beruht, sich und andere seiner unbewussten (bestenfalls!) Referenzen zu versichern.

Weiterlesen

Lisiecki und Zimerman

Innerhalb von 5 Wochen habe ich zufälligerweise zweimal die gleiche Zugabe eines Pianisten gehört: Beethoven Op. 81a, Les Adieux. Einmal von Krystian Zimerman im Dezember, einmal von Jan Lisiecki heute Abend. Bei Zimerman war ich tief berührt, heute sass ich nur distanziert dabei.

Weiterlesen